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Tarierweste

Kunststoffsack, der einem wie ein Lätzchen um den Hals hängt. Im Idealfall sollte er, je tiefer man geht, mit immer mehr Luft gefällt werden, um so die Schwerelosigkeit des Tauchers unter Wasser zu gewährleisten. Wird die Luft direkt aus der Flasche in die Weste geblasen, tritt meistens der Raketeneffekt beim Taucher ein, bläst er jedoch selbst über ein Schläuchlein die Luft in die Weste, wird er meistens zum Wechselatmungsobjekt, da er dazu das Atemgerät aus dem Mund nehmen muß, dasjetzt unauffindbar hinter ihm am Schlauch in der Strömung treibt. Wir sehen: ein gar nützliches Ding, diese Weste!

Tauchassi

Linke Hand des Basisleiters.

Tauchbasis, eingefiihrte

Sperrmüllsammellager mit Korrosionsgeruch.

Tauchbasis, neue

Modernst eingerichtete Tauchausrüstungszentrale, in der die Flaschen gestern, die Bleie vorgestern und die Tarierwesten letzte Woche eintreffen werden.

Tauchen

  1. Wichtige deutschsprachige Monatszeitschrift der Taucherwelt. Wurde mittlerweile mit "Subkultur", dem "Tümmler", dem "Wasserfrosch" und der "Taucherin" vereinigt.
  2. Die Kunst, sich in einer Kunststoffhaut, ausgerüstet mit Bleien und anomalen Schwimmhilfen, unter großem Druck so wohl zu fühlen wie ein Fisch im Wasser.

Tauche nie allein

Motto des jährlich zweimal in Rottach-Egern stattfindenden Single-Tauchertreffens.

Taucher

Zyklop mit Glasauge.

Taucherfahne

  1. Wie beim Zebrastreifen: Markierung, an der Taucher bequem mit dem Motorboot überfahren werden können.
  2. Wird von jedem Taucher morgens in Mundhöhe majestätisch vor sich her getragen.

Tauchermaske

Mattscheibe des Tauchers. Man spuckt ihr Glas vor dem Tauchgang an und verteilt den grünen Speichel gewissenhaft. So vorbehandelt, kann sie natürlich nicht mehr beschlagen. Tauchpsychologen sprechen in diesem Zusammenhang von der "oralen Phase" des Tauchers. (Zur "analen Phase" siehe auch unter Druckausgleich)

Tauchennesser

Dient in den ersten 2 Minuten zur Befreiung des vom Aussterben bedrohten Fischschwarms, in den nächsten 20 Minuten zur Rettung eines umweltschutzengagierten Tauchers.

Taucheruhr

Erkennungsmerkmal der Taucher. Besitzt im Gegensatz zur normalen Uhr einen Ring um das Zifferblatt, der nur gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden kann. Man fixiert damit den Zeitpunkt des Tauchbeginns. Durch unbewußtes nervöses Drehen des Rings kann die Einstiegszeit nur vorverlegt (oder verkürzt?) werden. Oder war es anders herum?

Tauchcrew

Meistens von Meckermann zusammengewürfelte Tauchergruppe. Man lernt sich durch Gespräche wie: "Sie tauchen aber noch nicht sehr lange!" "Drückt Ihr Ischias mit dem Doppelzehner auch so wie bei mir?" und "Haben Sie auch schon einen Hai gesehen?" kennen.

Taucherflöhe

Hoffnungsreicher Nachwuchs der Taucherfamilie.

Tauchflasche

Hilfloser Anfänger, der in zwei Meter Tiefe mit Wasser in der Maske wild um sich schlagend versucht, gleichzeitig eine Koralle zu zertrampeln und den Druckausgleich herzustellen. Lehnt abends lässig an der Tauchbar und erzählt von seinen Abenteuern mit angriffslustigen Mantas auf Cuba.

Tauchgang

Wie Stuhlgang. Je länger, um so ergiebiger.

Tauchpartner

Sich gegenseitig unablässig beobachtende Buddies. Hat man nach fünfzehnminütigem Studium eines Krebses den Kontakt zum Partner verloren, sollte man nach aufsteigenden Luftblasen Ausschau halten. Kann man auch bei bestem Willen keine entdecken, empfiehlt es sich, mit dem Messer an die Tauchflasche zu klopfen. Erscheint noch immer kein Tauchpartner, empfiehlt es sich, über menschliche Schwächen zu meditieren und auf diese Weise den Ärger abzubauen statt ihn aufzustauen.

Tauchsieder

Knackiger männlicher/weiblicher Neuzugang im Tauchclub.

Tauchtasche

Wasserabweisende Falle für Krebse, Kakerlaken, Skorpione, Geckos u.ä. Wird zerkleinert als Mutterboden für Bakterienkulturen von Laboratorien hoch geschätzt. Nach Tauchreisen in tropische Länder empfiehlt es sich, die Tauchtasche in der Mitte eines Gartens oder Parks zu öffnen und mit mindestens einem Küchenmesser bewaffnet aus sicherer Entfernung der Dinge zu harren, die da kommen.

Tauchurlaub

Man weiß, wie schön er war, wenn die Unterwasserdias eintreffen.

Tel Aviv

In Taucherkreisen verwendete französische Floskel, die soviel wie "So ist halt das Leben" bedeutet.

Thunfisch

Silberner Schwarmfisch in goldenen Dosen.

Tiefenrausch

Druckfehler! Muß tiefer Rausch heißen. Zustand aller Taucher ab 23.00 Uhr. Symptom: weiße, vorbeitorkelnde Fledermausfische.

Tragriemen

Qualitätsurteil der Stiftung Warentest bei 23 untersuchten Modellen: ein durchwegs einschneidendes Erlebnis.

Traumschiff

Tauchboot ohne Sascha Hehn mit Einzelkabinen, Süßwasserdusche und Vollpension, auf dem drei Taucher mit drei Taucherinnen von zwei Besatzungsmitgliedern durch die Karibik geschippert werden.

Treibgut

Jeder Taucher im Wasser ohne Flaschen, Bleigurt und Tauchboot.

Tritonshorn

Einem Füllhorn ähnelnde Schnecke, die als einziger Feind der korallenfressenden Dornenkrone in Australien kräftig gesammelt wurde, um sich der größten Barriere der Schiffahrt, des Great Barrier Riffs, zu entledigen. Erste größere Teilerfolge zeichnen sich zum Glück schon jetzt ab. Hält man ein leeres Tritonshorn ans Ohr, sollte man eigentlich Meeresrauschen hören, heutzutage hört man jedoch meistens nur ein: "Alle Leitungen sind besetzt, bitte warten."

Trockentaucher

Komischste Gattung des Homo aquaticus. Kann einem Laien als "luftgefüllter Kunststoffsack mit 60 Pfund Blei um den Bauch" erklärt werden.

Trommelfell

Langsam ausleierndes Hautstück im Gehörgang eines Tauchers. Beginnende Schwerhörigkeit ist durch die dauernd gestellte Frage "Wie bitte?" leicht zu diagnostizieren. Taucher, die auf Fragen gar nicht mehr reagieren, sind entweder Tauchassis oder bereits im Endstadium der Taubheit.

Trompetenfisch

Überbleibsel aus dem Hofstaat Neptuns, als alle Welt noch an griechische Götter glaubte. Weitere Zeugen des Glanzes einer vergangenen Welt sind: Husarenfische, Wimpelfische (Fahnenträger), Tintenfische (Schreiberlinge), Seegurke (Hofnarr), Seepferdchen, Korallenwächter, Kardinalfisch u.v.a.